Zuhause in Berlin-Lichtenberg

Vielfältig wie die ganze Stadt
In Berlin-Lichtenberg – wie auch in Marzahn - ist die Gruppe der Vietnamesen die größte außereuropäische Zuwanderergruppe. Am meisten wahrgenommen werden sie im Handel und der Gastronomie. Aber sie sind überall im Berliner Alltag präsent und engagiert: An der Schostakowitsch-Musikschule unterrichtet z.B eine vietnamesische Lehrerin auf traditionellen vietnamesischen Instrumenten. Seit 2008 wird in der Interkulturellen Mediathek Lichtenberg vietnamesische Literatur berlinweit angeboten, betreut von einer vietnamesischen Mitarbeiterin. Am Fennpfuhl gibt es einen deutsch-vietnamesischen Kindergarten, in dem die Kinder zweisprachig miteinander aufwachsen.

Neugierig auf die Nachbarn
Wer sind diese Vietnamesen, die hauptsächlich in ihren Geschäften und Dienstleistungsunternehmen sowie in der Gastronomie wahrgenommen werden? Warum wissen die Berliner so wenig von ihren Nachbarn, die die größte außereuropäische Zuwanderergruppe stellen? Es ist also an der Zeit, mehr zum gegenseitigen Verständnis beizutragen und die Neugier für das Gegenüber zu wecken.

Lichtenberg – ein attraktiver Stadtbezirk
Besonders der Bezirk Lichtenberg wurde immer attraktiver für Vietnamesen - seit Jahren wächst die Zahl der vietnamesischen Einwohner sowohl in Berlin als auch im Bezirk stark an. Aktuell wohnen laut statistischem Landesamt mehr als 26.000 Menschen mit vietnamesischen Wurzeln in der deutschen Hauptstadt. Damit leben in Berlin - mit großem Abstand im Vergleich zu allen anderen Bundesländern - die meisten Vietnamesen. Die größte vietnamesische Kommune deutschlandweit ist der Bezirk Lichtenberg. Hier leben rund 8.000 Bürger mit vietnamesischen Wurzeln.

Im Osten bestens integriert
Eine Besonderheit von Vietnamesen im Unterschied zu anderen Ausländergruppen in der Stadt besteht darin, dass sie stärker in den Ostbezirken leben statt in den Bezirken mit hohen Zuwandererzahlen in der westlichen Innenstadt. Hauptgrund dafür ist, dass zahlreiche Vietnamesen in der DDR als Vertragsarbeiter angeworben wurden und sie ihren Wohnbezirken treu geblieben sind. Hier im Osten hat sich auch eine vietnamesische Infrastruktur entwickelt. Neben dem Lichtenberger Dong-Xuan-Center als zweitgrößtem Asiamarkt Europas gibt es in jedem Ostbezirk vietnamesische Vereine,  Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants, in denen sich Vietnamesen treffen. Ob Bezirksämter, Polizei oder Wohnungsbaugesellschaften - die Infrastruktur im Osten hat sich für die Gruppe der Vietnamesen besonders gut interkulturell geöffnet.